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Inter-Agency Partial Gravity
Parabelflug-Kampagne 2018

Ich wurde im Frühjahr 2018 eingeladen, bei einem Nachfolge-Experiment des VESTAND-Teams (siehe hier am Ende der Seite) teilzunehmen. Daher war ich im Juni 2018 in Bordeaux für einen Partial Gravity (Teilschwerkraft) Parabelflug, mein Flug war am 05.06.2018.

Bei diesem Flug wurden keinerlei Schwerelosigkeitsparabeln geflogen, stattdessen standen folgende unterschiedlichen Schwerkraftlevel im Fokus: 0,75 g, 0,5 g und 0,25 g. Also der geringste Level ist etwas weniger als Marsschwerkraft, aber deutlich mehr als Mondschwerkraft. Die Experimente auf diesem Flug waren ausschließlich den Lebenswissenschaften gewidmet (eines mit Pflanzen und 7 weitere mit humanphysiologischen Themen).


Bilder vom Typenschild des Flugzeugs auf der ISS mit Astronautenunterschriften im Hauptraum bei Novespace


Alles vorbereitet inklusive Meßlinse im Auge


Letzte Vorbereitungen des Teams mit Brandon Rasman (l) und Patrick Forbes (r), den Verantwortlichen für diesen Versuch

Das folgende Video zeigt, daß eine 0,75 g Parabel nicht so beeindruckend ist wie eine 0 g Parabel (zum Vergleich, der Steigwinkel bei einer 0 g Parabel beträgt beim dem Eintritt in die Schwerelosigkeit 47° (siehe Bild hier), bei dieser Parabel waren es nur 18°, die anderen Schwerkraftlevel liegen irgendwo dazwischen):


0,75 g Parabel vom Fenster aus gesehen

Im Übrigen dauern diese Parabeln länger: 26 s für 0,25 g, 37 s für 0,5 g und 50 s für 0,75 g. Eine Schwerelosigkeitsparabel dauert 22 s.


Ich während dem Versuch (vorne)


Nochmal mit dem Flieger nach dem Flug


Der französische ESA-Astronaut Thomas Pesquet, einer unserer Piloten

Und dann war da noch das (Dune du Pyla). Bei allen Besuchern der Düne ist wahrscheinlich bekannt, daß da viel "Unsinn" gemacht wird, weils halt einfach geht, insbesondere quasi in Zeitlupe runterrennen und runterspringen. Seit 14 Jahren hab ich kein Radwende + Flic Flac mehr gesprungen und hier schüttelt man das einfach so aus dem Ärmel und es ist sogar ganz einfach. O.k. es gibt einen kleinen Trick, das ist auf dem Hang (ca. 20° Neigungswinkel). Auf ebenem Boden könnte ich das nämlich nicht. Die andere Seite (siehe das Salto-Video) ist ein Stück steiler, eher so 40°. Da geht dann noch ein bissel mehr, aber man muß auch mehr aufpassen, aber zumindest kann bei Sandlandungen nicht viel passieren. Ein bißchen mehr springen und man macht da ganz schön den Abflug... Und irgendwie ein bißchen wie partial-g... *g*


Dune du Pyla, Flic-Flac

Haha, die Düne hat meinen Tag gerettet, da konnte ich all das machen, was auf dem Flug verboten war!


Forschung in der Schwerelosigkeit

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Die europäische Weltraumagentur ESA (englisch)


Bei diesem Versuch wurde der gleiche Test mit der elektrischen Stimulation des Gleichgewichtssinns durchgeführt wie beim VESTAND Experiment im Dezember 2017, allerdings nur der Teil im Liegen, und es wurden nur die unwillkürlichen Augenbewegungen, die durch die Stimulation entstehen, mit einer Kamera aufgezeichnet. Natürlich durften wir für diesen Flug keine Medikamente nehmen, da die wissenschaftlichen Ergebnisse beeinträchtigt worden wären, wenn der Gleichgewichtssinn unterdrückt worden wäre. Nach der Hälfte des Fluges wurden die Probanden ausgetauscht, d.h. jeweils 2 Probanden konnten den Flug genießen, während die anderen 2 mit dem Versuch beschäftigt waren.


Beim Vorbereiten


...und nochmal ein Gruppenfoto vom Flugteam am 5.6.

Ein kleiner Eindruck, wie es bei einer 0,25 g Parabel im Flieger zugeht, kann man im folgenden Video sehen. Für 0,5 und 0,75 g wird der Unterschied zu den normalen 1 g Schwerkraft immer geringer und ist bei 0,75 g so gut wie nicht mehr spürbar. Leider war es aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt, mehr auszuprobieren als ein bißchen umherzugehen und ein paar kleinere Sprünge mit der Hand am Halteseil zu machen. Was bei 0,25 g durchaus interessant gewesen wäre (ich hätte da gern einen Flic-Flac und ein paar andere Turnübungen ausprobiert).


0,25 g Parabel im Innern des Flugzeugs

Hier noch ein netter Vergleich von 0,25 g und 1,8 g (fast doppelte Schwerkraft beim Herausziehen aus der Parabel):


0,25 g


1,8 g

Mein Fazit ist allerdings: Schwerelosigkeit ist schöner und macht mehr Spaß. Allerdings war ich mit dieser Einschätzung nicht allein, auch von anderen Mitfliegern (insbesondere denjenigen, die 0 g kennen) war zu hören, daß die Parabeln unspektakulär, bzw. langweilig waren. Trotzdem war es eine interessante Erfahrung.


Dune du Pyla, Salto